Wann ist die beste Zeit für Baumschnitt in Bayern?
Das Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG)
Wer in Bayern (und dem restlichen Deutschland) Gehölze stark zurückschneiden oder fällen möchte, muss die Schonzeit beachten. Zum Schutz nistender Vögel und anderer Tiere ist es vom 1. März bis zum 30. September verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen.
Ausnahmen bestehen für:
- Form- und Pflegeschnitte (zur Beseitigung des Zuwachses oder Gesunderhaltung)
- Behördlich angeordnete oder zugelassene Maßnahmen
- Gefahr im Verzug (Verkehrssicherungspflicht z.B. nach einem Sturm)
Winterschnitt: Die ruhige Zeit nutzen
Die klassische Zeit für den Baumschnitt ist der Winter (Oktober bis Februar). Bäume befinden sich in der Saftruhe. Die fehlende Belaubung ermöglicht unseren Baumpflegern eine exakte Beurteilung der Kronenarchitektur. Es ist die beste Zeit für den Erziehungsschnitt junger Bäume und starke Entlastungsschnitte.
Sommerschnitt: Besser als sein Ruf
Lange Zeit galt der Winter als einzig wahre Schnittzeit. Die moderne Baumpflege weiß es heute besser: Ein schonender Pflegeschnitt im Sommer (unter Beachtung des Vogelschutzes) hat oft Vorteile. Der Baum kann Wunden während der Vegetationsperiode sofort aktiv abschotten. Krebspilze haben es schwerer, sich anzusiedeln. Besonders für Obstbäume (z.B. Süßkirsche) ist der Sommerschnitt direkt nach der Ernte ideal.
Spezialfälle: Blutende Bäume
Einige Baumarten wie Walnuss, Birke oder Ahorn weisen im Frühjahr einen starken Wurzeldruck auf. Schneidet man sie im Februar oder März, "bluten" sie stark aus. Diese Arten sollten idealerweise im späten Sommer oder Frühherbst geschnitten werden.
Über den Autor: Christoph Lindner
Experte für Baumpflege bei Garten Lindner in Unterfranken. Seit vielen Jahren im Bereich GaLaBau und Baumpflege aktiv.
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